Spendenstatistik

Spendenvolumen in der Schweiz. Einnahmen und Wachstum von Hilfswerken.

So spendenfreudig war die Schweiz 2016

Ein Klick auf die Infografik zeigt, wie sich private Haushalte, Stiftungen und Firmen für gemeinnützige Anliegen engagieren. Dank ihren Spenden, Beiträgen der öffentlichen Hand und mittels Eigenleistungen sorgen Hilfswerke für eine bessere Welt. Mehr zum Spendenland Schweiz erfahren Sie aus der aktuellen Zewo-Spendenstatistik.

 


Die Zewo-Spendenstatistik

Im vergangenen Jahr haben gemeinnützige NPO in der Schweiz rund 1,79 Milliarden Franken Spenden erhalten. 60 Prozent davon sind an Hilfswerke mit Zewo-Gütesiegel gegangen. Das ist ein erfreuliches Ergebnis.

Die Zewo-Spendenstatistik zeigt das Bild einer grosszügigen Schweiz. Zum vierten Mal in Folge haben die Hilfswerke mehr Spenden erhalten als im ausserordentlichen Spendenjahr 2005 nach dem Tsunami in Asien. Mit 1,79 Milliarden Franken Spenden übersteigt das Spendenvolumen 2016 alle früheren Jahre, mit Ausnahme von 2015 ( siehe Grafik 1 ).

Auch andere Forschungsergebnisse bestätigen, dass die Spendenfreude in der Schweiz gross ist. Der Swissfundraising-Spendenbarometer1 kommt zum Schluss, dass die Spendenstimmung positiv und die Bereitschaft zu Spenden hoch ist. 82 Prozent der Haushalte gaben bei der repräsentativen Umfrage an, im vergangenen Jahr gespendet zu haben. Der mittlere Wert der gemeinnützigen Zuwendungen lag bei 300 Franken pro Jahr und Haushalt. Die Forschung der Schweizerischen ­Gemeinnützigen Ge­sellschaft zur Freiwilligenarbeit belegt, dass im vergangenen Jahr zudem 234'000 Menschen in sozialen und karitativen Vereinen während insgesamt 32 Millionen Stunden freiwillig gearbeitet haben.2 Dazu kommen 76'000 Personen, die sich pro Jahr während 9 Millionen Stunden freiwillig für Menschenrechte oder den Umweltschutz engagierten.3

Private Haushalte spenden am meisten

Die zertifizierten Hilfswerke haben insgesamt über eine Milliarde Franken Spenden erhalten. Das sind rund 60 von 100 gespendeten Franken.

Die bedeutendsten Spender sind die privaten Haushalte. Sie haben den Zewo-Werken 533 Millionen Franken in Form von Einzelspenden und regelmässigen Beiträgen wie Patenschaften, Mitglieder- oder Gönnerbeiträge zukommen lassen.

Dazu kommen 170 Millionen Franken, die zertifizierte Hilfswerke aus Erbschaften erhalten haben ( siehe Grafik 2 ).

Potenzial für Zewo-Werke bei Förderstiftungen

Von Stiftungen und andern NPO haben Hilfswerke mit Zewo-Siegel insgesamt 272 Millionen Franken erhalten. Das ist nur ein kleiner Teil der geschätzten zwei Milliarden Franken, die Förderstiftungen pro Jahr ausschütten.4 Gemäss dem Center for Philanthropy Studies (CEPS)5 der Universität Basel  sind von den rund 13'000 gemeinnützige Stiftungen in der Schweiz mehr als 7000 im Gesundheitswesen, in soziale Diensten, im Umweltschutz sowie in den Bereichen Recht, Advocacy und Politik tätig oder engagieren sich in internationalen Belangen. Hier dürfte es für Zewo-Werke noch Möglichkeiten für institutionelles Fundraising geben. Die übrigen knapp 6000 gemeinnützigen Stiftungen widmen sich anderen Themen, zum Beispiel Kultur und Freizeit, Bildung und Forschung, dem Wohnungswesen oder der Religion. Bei rund 300 Stiftungen handelt sich um Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften oder philanthropische Intermediäre. Zertifizierte Hilfswerke, die hauptsächlich im Inland tätig sind, haben im vergangenen Jahr wiederum etwa gleichviele Spenden erhalten wie Zewo-Werke, die primär international tätig sind (siehe Grafik 3). 


 

   

Sammeln zertifizierte Hilfswerke anders?

Die Kanäle, über welche die Zewo-Werke ihre Spenden erhalten, haben sich kaum verändert. Überweisungen per Bank oder Post sind mit Abstand am wichtigsten geblieben. Der zweitwichtigste Zahlungskanal ist für zertifizierte Hilfswerke das Lastschriftverfahren. Auf diesem Weg haben sie 5.4 Prozent der Spenden erhalten. Barspenden und Spenden via neue Kanäle haben mit weniger als einem Prozent der Spendeneinnahmen eine marginale Bedeutung. (Grafik 4)

Die Angaben der zertifizierten Hilfswerke zu den Zahlungskanälen unterscheiden sich in einigen Aspekten von den Angaben der Spendenden im Swissfundraising-Spendenbarometer.6 Die Spender gaben zwar ebenfalls an, am häufigsten via Post oder Banküberweisung einbezahlt zu haben, an zweiter Stelle nannten sie aber die Barspenden. Erst an dritter Stelle folgten mit deutlichem Abstand das Lastschriftverfahren und Debit Direct. Die Spenden via digitale Kanäle sind gemäss Angaben der Spender ebenfalls von geringer Bedeutung. Gemäss Swissfundraising-Spendenbarometer sind sie aber  stark gewachsen. Die Zewo-Werke registrierten 2016 bei den neuen Kanälen hingegen weniger Einnahmen als im Jahr zuvor.

Zertifizierte Hilfswerke haben einen Umsatz von mehr als drei Milliarden Franken

Alles in allem haben Zewo-Werke im vergangenen Jahr 3,327 Milliarden Franken eingenommen. Von 100 Franken stammen 40 aus Beiträgen der öffentlichen Hand, rund 32 Franken sind Spenden und fast 25 Franken sind Einnahmen aus Eigenleistungen, also dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Die restlichen 3 Franken sind übrige Einnahmen, zum Beispiel Erträge aus Finanzanlagen (siehe Grafik 5).

Insgesamt ist der Umsatz der Zewo-Werke im Jahr 2016 um 11 Millionen gestiegen. Das leichte Wachstum stammt hauptsächlich von 10 Prozent mehr Einnahmen aus Eigenleistungen (siehe Grafik 6).

1 Swissfundraising-Spendenbarometer, Spendenmarkt 2016, S. 7

2 Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft, Factsheet: Freiwilliges Engagement in sozialen und karitativen Vereinen (Hochrechnung SAKE 2016)

3 Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft, Factsheet: Freiwilliges Engagement in Menschenrechts- oder Umweltverbänden (Hochrechnung SAKE 2014)

4 Peter Buss, Wie viel Geld schütten Stiftungen jährlich aus? www.stiftungschweiz.ch, 9. Mai 2017

5 Eckhardt, B./ Jakob, D./ von Schnurbein, G.: Der Schweizer Stiftungsreport 2017, CEPS Forschung und Praxis Bd. 17, Basel: CEPS, 2017, S. 8)

6 Swissfundraising-Spendenbarometer, Spendenmarkt 2016, S. 12

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