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Spendenstatistik

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Gemeinnützige NPO, die in der Schweiz Spenden sammeln, haben 2017 so viele Zuwendungen erhalten wie nie zuvor. Der grösste Teil stammt von privaten Haushalten.

Spendenland Schweiz

Spendenrekord: 1,85 Mrd. Franken

Die Schweiz ist ein Land von Spenderinnen und Spender. Neun von zehn befragten Personen finden die Arbeit von NPO wichtig oder eher wichtig. Acht von zehn Haushalten setzen einen Teil ihres Budgets zum Spenden ein. Pro Jahr sind es in der Deutschschweiz im Mittel 400 Franken, in der Romandie 200 Franken und im Tessin 300 Franken. Die meisten Menschen spenden, weil sie vom Anliegen der NPO überzeugt sind. Viele, weil sie dankbar sind, dass es ihnen gut geht. Und andere spenden, weil es ihren persönlichen Werten entspricht. Diese Befunde aus dem Swissfundraising-Spendenbarometer, einer jährlich durchgeführten Befragung der Schweizer Bevölkerung, zeugen von einer breit verankerten Kultur des Spendens in unserem Land. 

Spendenvolumen in der Schweiz

Die Spendenstatistik der Zewo bestätigt die positive Einstellung zum Spenden. Im vergangen Jahr haben die Hilfswerke 1,85 Milliarden Franken Spenden erhalten. Von fünf Spendenfranken sind drei an zertifizierte NPO gegangen. Gut die Hälfte dieser Spenden stammen von privaten Haushalten. Es sind Einzelspenden, Mitglieder- und Gönnerbeiträge oder Patenschaften. Sie gelangen grösstenteils per Bank- oder Postüberweisung an die NPO, also auf herkömmlichem Weg. Neue Zahlungskanäle wie SMS oder Crowdfunding spielen eine untergeordnete Rolle. Von 100 Spendenfranken erhalten zertifizierte NPO weniger als einen Rappen auf diese Weise. 

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Grossspenden auf dem Vormarsch

Bedeutender als neue Spendenformen sind für NPO die Gross- und Firmenspenden. Jeder vierte Spendenfranken stammt von einer Stiftung oder einer anderen NPO, wie zum Beispiel der Glückskette oder einer kirchlichen Institution. Die Tendenz ist steigend. Die Spenden von Firmen wachsen ebenfalls, machen aber nach wie vor den geringsten Teil der Spenden aus.

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Zudem gewinnen die Vermächtnisse aus Erbschaften an Bedeutung. Vor zehn Jahren haben zertifizierte NPO 110 Millionen Franken geerbt, im vergangenen Jahr bereits 162 Millionen Franken. Von zwanzig befragten Personen haben drei ein Testament gemacht. Jedes 14. Testament begünstigt eine gemeinnützige Organisation. Die Einnahmen aus Legaten dürfte aus folgenden Gründen auch in Zukunft weiter zunehmen. Einerseits steigen die insgesamt vererbten Vermögen. Andererseits kann sich eine von vier Personen, die noch keine Vorkehrung für ihr Erbe getroffen hat, vorstellen, im Testament oder im Erbvertrag eine NPO zu berücksichtigen.

Blick über die Grenzen

Die Spenderinnen und Spender in der Schweiz berücksichtigen zertifizierte NPO, die im Inland tätig sind, mit fast gleich vielen Spenden wie jenen NPO, die international tätig sind. Das Verhältnis ist in den vergangenen zehn Jahren stabil geblieben. 

Die Spendenfreudigkeit der Haushalte lässt sich international nur schwer vergleichen. So erfasst etwa der World Giving Index lediglich die Spenden der vergangenen vier Wochen. In der Schweiz wurden die Daten zwischen dem 6. April und dem 30. Juni 2016 erhoben. Damals hatten 51 Prozent der befragen Personen in den vergangenen vier Wochen gespendet. Die Umfrage findet nicht in allen Ländern gleichzeitig statt. Lokale Ereignisse, regionale Feiertage oder nationale Sammeltage verzerren die Daten. Verlässlicher sind Untersuchungen zum jährlichen Spendenvolumen. Eine Recherche bei Zertifizierungsstellen in umliegenden Ländern hat ergeben, dass die Schweiz mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent spendender Haushalte top ist. In Frankreich, Österreich und Schweden liegen diese Werte um die 60 Prozent. In Italien und Spanien gar um die 20 Prozent. 

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3,4 Milliarden für zertifizierte NPO

In der Schweiz machen Spenden rund einen Drittel der Einnahmen von zertifizierten NPO aus. Die meisten NPO ergänzen die Spenden mit Beiträgen der öffentlichen Hand oder Einnahmen aus Eigenleistungen, um ihre Arbeit zu finanzieren. Vier von zehn zertifizierten NPO finanzieren sich zu mehr als der Hälfte durch Spenden. Es sind insbesondere NPO, die sich für den Natur- und Umweltschutz einsetzen sowie NPO, die internationale Hilfe leisten.

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Methodik
Die vorliegende Statistik der Zewo beruht auf den direkt bei den Zewo-zertifizierten Organisationen erhobenen Daten zur Einnahmenstruktur. Die Auswertungen basieren auf einer Stichprobe von 345 Organisationen, die auch bei der Vollerhebung 2015 teilgenommen haben. Ausgehend von den Daten dieses Panels, das über zwei Drittel der zertifizierten Hilfswerke repräsentiert, wurden die Gesamtsummen der Grundgesamtheit hochgerechnet. Für die Hochrechnung wurde die Vollerhebung 2015 verwendet, die insbesondere bezüglich Einnahmen- und Spendentotal vorliegt. Zur Ergänzung der Datenbasis wurde, wo nötig, die revidierten Jahresrechnungen konsultiert. Je nach Untersuchungsaspekt variiert die Stichprobe aufgrund von Datenlücken um einzelne Organisationen. Die Auswertung erfolgte durch Prof. Dr. Markus Gmür und Ueli Löffel M. Sc. vom Verbandsmanagement Institut (VMI), Universität Freiburg/CH.

Definition der Einnahmekategorien
Die Zewo-Statistik unterscheidet die folgenden Einnahmekategorien:

SpendenMitglieder- und Gönnerbeiträge (inkl. Patenschaften); private Einzelspenden (Klein- und Grossspenden); Legate; Beiträge von Non-Profit-Organisationen, Kirchen und Glückskette; Zuwendungen von Kantonen und Gemeinden; spezielle Anlässe; weitere Spenden (inkl. nicht zugeordnete)

Staatliche Beiträge (z. B. Leistungsaufträge, Beiträge aus Sozialversicherungen)

Eigenleistungen (z. B. Verkauf von Waren und Dienstleistungen, Beiträge aus privaten Versicherungen, Sponsorengelder)

Andere Einnahmen (z. B. Kapitalerträge)

Grundlage zur Schätzung des Spendenmarktvolumens
Seit 2010 basiert die Hochrechnung des Gesamtmarktvolumens der Zewo-Spendenstatistik nicht mehr auf den Daten der Spenderbefragung des Spendenmonitors, sondern auf den effektiven Daten aus der Zewo-Statistik, die mit den fehlenden Daten aus den revidierten Jahresrechnungen der grössten 50 Spenden sammelnden Organisationen ergänzt wird. Die Hochrechnung erfolgte bis 2013 unter der Annahme, dass sich das Verhältnis von Organisationen mit und ohne Zewo-Gütesiegel bei den 50 grössten Organisationen gleich verhält wie bei den übrigen Organisationen. Durch den Verzicht der Rega auf das Zewo-Label in 2014 veränderten sich die Proportionen im Spendenmarkt stark, was bei unangepasster Methodik die Hochrechnung verzerrt hätte. So beruht die Hochrechnung neu auf einer fixierten Verhältniszahl, die aus den Erfahrungswerten der letzten Jahre ermittelt wurde.

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Die 21 Zewo-Standards für Spenden sammelnde NPO

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