Häufige Fragen von Spenderinnen und Spendern

1. Fragen rund ums Spenden

Worauf soll ich beim Spenden achten?


Erstens:
Fragen Sie sich, was Ihnen besonders am Herzen liegt. Ist es der Unweltschutz oder die Bekämpfung von Hunger und Armut, sind es Menschen mit einer bestimmen Krankheit, Sucht oder Behinderung oder sind es Kinder, Familien oder ältere Menschen, die in besonders schwierigen Verhältnissen leben? Vielleicht gibt es ja auch zwei oder drei Bereiche, in denen Sie sich engagieren möchten.

Zweitens: Informieren Sie sich, welche Organisationen in diesem Bereich tätig sind, zum Beispiel mit der Online-Datenbank oder mit einer Anfrage bei der Zewo-Geschäftsstelle.

Drittens: Vergewissern Sie sich, dass die Organisation, die Sie berücksichtigen möchten, seriös ist. Achten Sie darauf, dass sie transparent ist. Verlangen Sie Unterlagen und studieren Sie den Jahresbericht und die Statuten. Analysieren Sie die Jahresrechnung und den Revisionsbericht. Machen Sie sich ein Bild über die Tätigkeit, die Kostenstruktur, die Sammlungsmethoden und die Mittelverwendung. Vergewissern Sie sich, dass die Organisation einen gemeinnützigen Zweck verfolgt, wirkungsorientiert arbeitet und dass sie über angemessene Führungsstrukturen und Kontrollmechanismen verfügt.
All dies braucht etwas Zeit und Erfahrung. Einfacher ist es, wenn Sie auf das Zewo-Gütesiegel achten. Organisationen, die dieses Zeichen tragen, erfüllen die über 100 von der Zewo geprüften Kriterien. Sie werden regelmässig kontrolliert und gehen gewissenhaft mit Spenden um.

Viertens: Verzetteln Sie sich nicht. Verteilen Sie die verfügbaren Mittel nicht auf zu viele Hilfswerke und wechseln Sie die unterstützten Organisationen nicht zu häufig. Unterstützen Sie lieber regelmässig einige wenige, sorgfältig ausgewählte Organisationen. Dies ermöglicht Ihnen eine intensivere Auseinandersetzung mit den gewählten Themen. Die Organisationen freuen sich über das so zum Ausdruck gebrachte ideelle Mittragen der Anliegen und können besser planen. Sie selber werden dadurch weniger Post von Hilfswerken erhalten.

Wann sollte ich beim Spenden misstrauisch werden?

 

Die meisten Hilfswerke sind seriös und setzen sich mit grossem Engagement für ihre Sache ein. Leider kommt es aber immer wieder vor, dass einzelne unseriöse Organisationen die Hilfsbereitschaft von Spenderinnen und Spendern ausnützen wollen.

Vorsicht ist am Platz,

  • wenn mit übertriebenen Geschichten und schrecklichen Bildern starke Emotionen geweckt werden, wenn mit besonderer Dringlichkeit, mit fragwürdigen oder aggressiven Methoden gesammelt wird. Lassen Sie sich beim Spenden nie unter Druck setzen. Vertrauenswürdige Hilfswerke informieren Sie gerne sachlich über ihre Arbeit.
  • wenn eine Spenden sammelnde Organisation nicht transparent ist. Das heisst, wenn sie keinen Jahresbericht veröffentlicht, aus dem hervorgeht, was sie bezweckt, wer ihre Organe sind und wofür sie die Spendengelder verwendet hat. Dazu braucht es eine aussagekräftige, revidierte Jahresrechnung und einen Leistungsbericht.
  • wenn eine Organisation vorgibt, für einen gemeinnützigen Zweck zu sammeln, gleichzeitig aber auch kommerzielle Interessen verfolgt und unklar ist, was dem gemeinnützigen Zweck zu Gute kommt.
  • wenn eine Organisationen unbestellte Waren gegen Rechnung zustellt.
  • wenn eine Spenden sammelnde Organisation übertreibt. Zum Beispiel wenn sie behauptet, dass 100 % der Spenden in Projekte fliessen und so den Anschein erweckt, dass ihr kein administrativer Aufwand entsteht.
  • wenn bei Katastrophen Trittbrettfahrer auftauchen, welche die besonders grosse Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ausnutzen. Sie sammeln Spenden, haben aber nicht die nötige Erfahrung, um die versprochene Hilfe auch wirklich leisten zu können.
  • wenn unbekannte Personen vorgeben, für ein Hilfswerk zu sammeln, sich aber nicht ausweisen können, dass sie vom Hilfswerk dazu beauftragt und geschult worden sind.
  • wenn bei Spendenplattformen nicht klar ist, wer dahinter steht, nach welchen Kriterien die unterstützten Organisationen und Projekte ausgewählt werden und ob es eine Kontrolle der Mittelflüsse gibt.
  • wenn mit persönlichen Patenschaften für Kinder im Ausland geworben wird.

Wichtig: Wenn Sie nicht sicher sind, können Sie bei der Zewo nachfragen, ob eine bestimmte Organisation bekannt ist und was wir von ihr halten. Oder Sie können sich auf der Website informieren, vor welchen Organisationen aktuell gewarnt wird.

Soll ich meine Spende auf möglichst viele Organisationen verteilen?


Nein. Es ist besser wenige sorgfältig ausgewählte Organisationen mit einem etwas grösseren Betrag zu unterstützen als das zur Verfügung stehende Budget auf möglichst viele Organisationen zu verteilen. Es verursacht weniger administrativen Aufwand und Sie erhalten selber auch weniger Post.

Soll ich jedes Jahr eine andere Organisation unterstützen?


Nein. Es ist besser, wenige sorgfältig ausgewählte Organisationen regelmässig zu unterstützen. Ein häufiger Wechsel verursacht Aufwand bei den Hilfswerken und füllt den eigenen Briefkasten immer mehr.

Welche Organisationen soll ich berücksichtigen?


Fragen Sie sich, welcher Zweck Ihnen besonders am Herzen liegt. Achten Sie bei den Organisationen, die sich für diesen Zweck einsetzen, auf Seriosität. Orientieren Sie sich dazu am Zewo-Gütesiegel auf dem Einzahlungsschein, konsultieren Sie das Verzeichnis der geprüften Organisationen mit Zewo-Gütesiegel oder machen Sie eine Abfrage auf unserer Online-Datenbank.

Wie kann ich selber eine Organisation einschätzen?


Wichtig
ist, dass eine Organisation transparent ist. Verlangen Sie Unterlagen und studieren Sie den Jahrsbericht und die Statuten, analysieren Sie die Jahresrechnung und den Revisionsbericht. Machen Sie sich ein Bild über ihre Tätigkeit, die Kostenstruktur, die Sammlungsmethoden und die Mittelverwendung. Vergewissern Sie sich, dass die Organisation einen gemeinnützigen Zweck verfolgt, wirkungsorientiert arbeitet und dass sie über angemessene Führungsstrukturen und Kontrollmechanismen verfügt.

All das braucht etwas Zeit und Erfahrung. Einfacher ist es, wenn Sie auf das Zewo-Gütesiegel achten. Organisationen, die dieses Zeichen tragen, erfüllen die über 100 von der Zewo geprüften Kriterien. Sie werden regelmässig kontrolliert und gehen gewissenhaft mit Spenden um.

Welche Organisationen tragen das Zewo-Gütesiegel?


Über 500 gemeinnützige Organisationen, die unsere Anforderungen hinsichtlich Transparenz und Lauterkeit erfüllen.

Kann ich meine Spenden von der Steuer abziehen?


Ja. Spenden an Organisationen mit Zewo-Gütesiegel, können bei der Bundes-, Staats- und Gemeindesteuern in Abzug gebracht werden. Die Höhe und die genauen Voraussetzungen sind von Kanton zu Kanton verschieden. Mehr dazu entnehmen Sie unserem Merkblatt «Mit Spenden Steuern sparen». Es wird jährlich aktualisiert.

 

2. Sammlungsaufrufe von Hilfswerken

Weshalb bekomme ich so viel Post von Hilfswerken?


Hilfswerke sind darauf angewiesen, immer wieder auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen und um Unterstützung zu bitten. Nur so bekommen sie die nötigen Spenden und können etwas bewirken. Für grössere Spenden bedanken sie sich schriftlich und stellen Ihnen eine Spendenbestätigung für die Steuern zu. Zudem informieren die Hilfswerke ihre Spenderinnen und Spender regelmässig, wofür sie die Zuwendungen eingesetzt haben. Grundsätzlich gilt also: Je mehr Hilfswerke Sie unterstützen, desto mehr Post werden Sie erhalten.

Worauf soll ich bei Sammlungsaufrufen achten?


Achten Sie auf das Zewo-Gütesiegel auf dem Einzahlungsschein. Diese Organisationen sind geprüft und vertrauenswürdig. In allen anderen Fällen sollten Sie sich zuerst über die Organisation genau informieren: Jahresbericht, Jahresrechnung, Revisionsbericht und Statuten anfordern. Sie können auch bei der Zewo nachfragen, ob sie die Organisation kennt und ob ihr etwas Negatives bekannt ist.

Was kann ich gegen die Flut von Sammlungsaufrufen in meinem Briefkasten tun?


Unterstützen Sie wenige sorgfältig ausgewählte Hilfswerke regelmässig. So reduziert sich die Post in Ihrem Briefkasten automatisch.

Informieren Sie die Werke, die sie unterstützen wollen über Ihre Wünsche. Teilen Sie mit, wieviel und welche Post Sie erhalten möchten und auf welche Sie lieber verzichten.

Falls Sie Post von einer Organisation bekommen, der Sie noch nie gespendet haben und die Sie auch in Zukunft nicht unterstützen wollen, können Sie den Sammlungsaufruf einfach zum Altpapier legen. Sie werden von diesem Hilfswerk in der Regel keine Post mehr bekommen. Ein Eintrag auf der Robinsonliste hilft, die Post von unbekannten Organisationen zu reduzieren. Ein Stopp-Werbung-Kleber am Briefkasten schützt vor unadressierter kommerzieller Werbung und unadressierten Sammlungsaufrufen von Organisationen ohne Zewo-Gütesiegel.

Wenn Sie Post bekommen von einer Organisation, der Sie früher einmal gespendet haben, die Sie in Zukunft aber nicht mehr unterstützen möchten, können Sie der Organisation mitteilen, dass Sie aus der Spendendatenbank gelöscht werden möchten.

Wie bekomme ich einen Stern * im Telefonbuch und was bewirkt er?


Bei der Swisscom Directories AG kann man sich melden, wenn man einen Stern vor der Adresse im Telefonbuch eintragen lassen möchte (Telefon 0848 86 80 86). Der Eintrag bedeutet eine «Werbesperre für Telefonmarketing» und bezieht sich auf Telefonanrufe. Alle Werbetreibenden müssen diese Sperre beachten. Der Stern hat keinen Einfluss auf die bestehenden Spenderkarteien von Hilfswerken. Um eine Werbesperre beim Adresshandel zu erwirken, tragen Sie sich bitte ebenfalls in die Robinsonliste ein. 

Wie komme ich auf die Robinsonliste und was bewirkt der Eintrag?


Sie können sich beim Schweizerischen Direct Marketingverband (SDV) in Rotkreuz auf die Robinsonliste setzen lassen. (www.sdv-asmd.ch, SDV Blegistrasse 1, Postfach, 6343 Rotkreuz).

Der Eintrag bedeutet «Wünscht keine Werbung» und bezieht sich auf adressierte Werbung. Die Mitglieder des Schweizerischen Verbandes für Directmarketing haben sich in einem Ehrenkodex dazu verpflichtet, die auf der Robinsonliste vermerkten Personen nicht mit adressierter Werbung zu beliefern. Für Firmen, die nicht Mitglied des Verbands sind, besteht aber keine Verpflichtung, die Liste zu berücksichtigen. Organisationen mit Zewo-Gütesiegel sind verpflichtet, die Wünsche von Spenderinnen und Spendern zu respektieren und gleichen Adressen für die Neuspendergewinnung in der Regel mit dem Eintrag in der Robinsonliste ab.

Der Eintrag hilft, Sammlungsaufrufe von Organisationen, denen man noch nie gespendet hat, zu reduzieren. Er hat aber keinen Einfluss auf die bestehenden Adresskarteien von Hilfswerken.

Was bewirkt ein Stopp-Werbung-Kleber auf dem Briefkasten?


Er schützt gegen unadressierte kommerzielle Werbung in Ihrem Briefkasten und vor unadressierten Spendenaufrufen von Organisationen ohne Zewo-Gütesiegel. Informationen von öffentlichem Interesse und zu politischen Themen sowie Post von Hilfswerken mit Zewo-Gütesiegel erhalten Sie weiterhin.

Soll man Sammlungsaufrufe, die man nicht berücksichtigen will, mit dem Vermerk «refusée» unfrankiert zurückschicken?


Sie bringen dadurch nur zum Ausdruck, dass Sie diesen Brief nicht annehmen wollen. Wenn Sie bei der Organisation als frühere Spenderin oder ehemaliger Gönner registriert sind, werden sie später wahrscheinlich dennoch wieder angeschrieben werden. Möchten Sie dies ändern, informieren Sie die Organisation, dass man Sie aus der Adresskartei streichen soll.

Kann ich mich via Zewo aus allen Spenderkarteien löschen lassen?


Nein. Dafür müssen Sie sich direkt an die Hilfswerke wenden. Wir haben keinen Zugriff auf die Adressdaten der Hilfswerke.

Woher haben die Organisationen meine Adresse?


Wer einem Hilfswerk spendet, wird in die Datenbank aufgenommen und erhält dann regelmässig Post von dieser Organisation. Zudem müssen Hilfswerke auch neue Spenderinnen und Spender gewinnen. Dazu schreiben sie unbekannte Personen an. Sie nehmen die Adressen aus dem Telefonbuch oder mieten sie von spezialisierten Adressverwaltungsfirmen für den einmaligen Gebrauch.

Um die eigenen erfassten Daten bei den jeweiligen Unternehmen abzufragen, stellt der Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter unter folgendem Link Musterbriefe zur Verfügung.

Geben die Hilfswerke meine Adresse weiter?

 

Nein. Organisationen mit Zewo-Gütesiegel dürfen Ihre Daten weder verkaufen, vermieten noch tauschen und behandeln sie auch im eigenen Interesse vertraulich.

Um die eigenen erfassten Daten bei den jeweiligen Unternehmen abzufragen, stellt der Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter unter folgendem Link Musterbriefe zur Verfügung.

Warum stimmt die Kontonummer auf dem Einzahlungsschein, den ich vom Hilfswerk XY erhalten habe, nicht mit der Kontonummer des Hilfswerks, die auf der Website der Zewo angegeben ist, überein?

Sie haben einen orangen Einzahlungsschein mit Referenznummer erhalten. Damit kann Ihre Spende an das Hilfswerk elektronisch verarbeitet werden. Das spart Zeit und ist kostengünstig. Bei der angegebenen «Kontonummer» handelt es sich um eine sogenannte ESR-Teilnehmernummer zur automatischen Identifikation des Zahlungsempfängers. Sie beginnt üblicherweise mit den Ziffern 01.

Die Kontonummer auf der Website der Zewo hingegen ist die eigentliche Kontonummer des Hilfswerks. Diese Nummer müssen Sie angeben, falls Sie dem Hilfswerk eine Spende mit einem neutralen, roten Einzahlungsschein überweisen wollen. Ihre Zahlung wird in diesem Fall manuell verarbeitet.

Um sicher zu gehen, dass Ihre Spende auf das richtige Konto gelangt, überprüfen Sie, ob die auf dem Einzahlungsschein angegebene Adresse mit den Angaben auf der Website der Zewo übereinstimmt. 

 

3. Sammlungsmethoden

Soll ich via Internet spenden?


Auf der Website vieler Hilfswerke gibt es die Möglichkeit, online zu spenden. Es ist einfach und kostengünstig auf diese Weise ein Hilfswerk direkt zu unterstützen.

Vorsicht ist hingegen bei Spendenplattformen geboten. Oft ist nicht klar, wer die Betreiber sind, nach welchen Kriterien die vorgestellten Projekte und Organisationen ausgewählt wurden, wie diese kontrolliert werden und ob die Spende tatsächlich beim Hilfswerk ankommt. Es ist auch möglich, dass die Betreiber der Spendenplattform eigennützige Motive haben, wie zum Beispiel den Aufbau einer Datenbank.

Soll ich per SMS spenden?


Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit, per SMS einem Hilfswerk eine Spende zukommen zu lassen. Die Spende per SMS wird Ihrer Mobilfunkrechnung belastet und durch den Mobilfunkanbieter eingezogen. Dabei fallen je nach Anbieter und Zahlungsart unterschiedlich hohe Transaktionsgebühren an, die von Ihrer Spende abgezogen und nicht ans Hilfswerk weitergeleitet werden. Diese hängen von der Spendenhöhe ab und können stark variieren.

Vorteile

  • Die SMS-Spende ist eine schnelle und unkomplizierte Art zu spenden.
  • Die SMS-Spenden können papierlos und ohne Angabe der Adressdaten getätigt werden. Sie erhalten keine weiteren Sammlungsaufrufe im Briefkasten und ihre Adressdaten werden nicht in der Spenderdatenbank des Hilfswerks registriert.

Nachteile

  • Die anfallenden Transaktionsgebühren sind für den Spender meist nicht klar ersichtlich, da sie je nach Mobilfunkanbieter und Art des Abonnements stark variieren können. Zudem wird bei Prepay-Kunden Mehrwertsteuer auf die Spende verrechnet.
  • Es sind mehrere Stellen involviert, was den Geldfluss von den Spendenden zu den Hilfswerken kompliziert und teilweise sehr langsam macht. Eine Banküberweisung per Onlinebanking auf das Spendenkonto des Hilfswerks kommt schneller an und ist kostengünstiger.

Soll ich zum Spenden ein Lastschriftverfahren (LSV) unterzeichnen?


Wenn Sie von einer gemeinnützigen Organisation überzeugt sind und diese regelmässig unterstützen möchten, können Sie dies kostengünstig mit einem Lastschriftverfahren tun. Die Spende wird so bis auf Widerruf jeweils direkt von Ihrem Konto abgebucht. Sie erhalten eine Belastungsanzeige und können die Zahlung während 30 Tagen widerrufen.

Was ist besser: Eine Sach- oder eine Geldspende?


Wenn Hilfswerke konkret um Sachspenden bitten, sind sie Ihnen sehr dankbar, wenn Sie diesem Aufruf nachkommen. Sie haben einen Bedarf erkannt und die Logistik bereitgestellt, die es braucht, um die gespendeten Güter rechtzeitig den Bedürftigen zukommen zu lassen. Wichtig ist, dass Sie nur solche Sachen spenden, um die das Hilfswerk gebeten hat und dies nur dann, wenn das Hilfswerk dazu aufruft. Sonst kommt es zu Problemen beim Transport, es werden zusätzliche Kosten für die Lagerhaltung verursacht oder die Waren verderben bevor sie ihr Ziel erreicht haben. Bei Altkleidersammlungen ist es wichtig auf die Qualität und Sauberkeit zu achten. Beschädigte und verschmutzte Stücke müssen aussortiert werden.

Geldspenden können flexibler eingesetzt werden als Sachspenden und verursachen dem Hilfswerk keine Transportkosten.

Weshalb raten sie von persönlichen Patenschaften für Kinder im Ausland ab?


Leider gibt es Organisationen, die persönliche Patenschaften mit direkten Kontakten zu Kindern im Ausland gezielt als Marketinginstrument einsetzen. Damit sie mehr Spenden erhalten, instrumentalisieren sie Kinder in Notlagen zu Werbezwecken und vermitteln den Spenderinnen und Spendern ein problematisches Bild von den Ländern des Südens.

Organisationen mit Zewo-Gütesiegel verzichten aus entwicklungspolitischen Gründen und zum Schutz der Kinder auf solche Methoden. Kinder brauchen für eine gute Entwicklung Bildung und Schulen, medizinische Versorgung und Spitäler, gesunde Ernährung und Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mit anderen Worten: Es bedarf Investitionen in die Infrastruktur und Projektarbeit. Wer sinnvoll helfen will, sollte also eine Patenschaft für ein Projekt, eine Region oder ein bestimmtes Thema übernehmen.

Die Kinder brauchen für ihre Entwicklung nicht Patinnen und Paten, die ihnen wohlmeinend Geschenke schicken, Briefe schreiben, zu Besuch kommen, vielleicht sogar Einfluss nehmen wollen und dann Dankbarkeit vom Kind erwarten. Die Erfahrung zeigt, dass mit persönlichen Patenschaften für Kinder im Ausland auf beiden Seiten falsche Erwartungen und unerfüllbare Wünsche geweckt werden, was schliesslich zu sozialen Spannungen und zu Enttäuschungen führt.

Die Zewo lehnt diese Sammlungsmethode deshalb klar ab und empfiehlt sinnvolle Alternativen zur Unterstützung. Mehr dazu entnehmen Sie unserem Merkblatt «Patenschaften für Kinder im Ausland».

Welche Alternativen gibt es zu persönlichen Patenschaften für Kinder im Ausland?


Patenschaften für Projekte, für die Entwicklung der Infrastruktur in einer Region oder für bestimmte Themen wie Bildung oder Gesundheit, sind sinnvoll und helfen nachhaltig. Mehr dazu entnehmen Sie unserem Merkblatt «Patenschaften für Kinder im Ausland».

Gibt es Richtlinien für Sammlungen per Telefon?


Die Zewo verlangt von Organisationen mit Gütesiegel, dass folgende Grundsätze eingehalten werden: Spenderinnen und Spender dürfen sich in ihrer Privatsphäre nicht behelligt fühlen. Dies gilt insbesondere für Sammlungen per Telefon. Sie dürfen keine aufdringliche Wirkung haben und die Angesprochenen sollen sich nicht zur Spende gedrängt fühlen. Das Gespräch muss sofort abgebrochen werden, wenn die angesprochene Person zu erkennen gibt, dass sie keine Fortsetzung des Gesprächs wünscht.

Was tun, wenn mich Sammelnde bedrängen, etwa zu Hause, am Telefon oder unterwegs?


Lassen Sie sich nicht unter Druck zu einer Spende drängen. Verlangen Sie Unterlagen mit einem Einzahlungsschein und studieren Sie diese in Ruhe. Wenn Sie an der Fortführung des Gesprächs nicht interessiert sind, geben Sie dies klar zu erkennen.

Ich habe unter Druck eine Spende zugesagt, die ich gar nicht machen wollte. Was kann ich tun?


Machen Sie von Ihrem Recht auf Rücktritt innerhalb von 7 Tagen Gebrauch. Teilen Sie dies der Organisation schriftlich mit.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich mich über eine Organisation beschweren will?


Melden Sie sich beim Hilfswerk oder bei der Zewo. Wenn wir feststellen, dass eine Organisation mit Gütesiegel von unseren Kriterien abweicht, gehen wir dem Sachverhalt unverzüglich nach.

Wir sammeln auch Beschwerden zu Organisationen ohne Zewo-Gütesiegel. Wenn die Organisation von unseren Kriterien abweicht, machen wir in schwerwiegenden Fällen oder bei sehr vielen Beschwerden auf unserer Website unter Warnungen, darauf aufmerksam.

 

4. Geschenkbeilagen

Weshalb senden die Organisationen Geschenkbeilagen?


Es gibt Organisationen, die die Erfahrung machen, dass Spenderinnen und Spender sich über kleine Geschenke freuen und dann etwas mehr spenden.

Darf ich Geschenkbeilagen behalten?


Ja, es sind ja Geschenke. Sie dürfen sie behalten oder weitergeben. Sie müssen sie weder aufbewahren noch bezahlen und sich auch nicht zu einer Spende verpflichtet fühlen.

Soll ich Geschenkbeilagen zurückschicken?


Das verursacht in der Regel nur unnötigen Aufwand. Es ist besser, wenn Sie der Organisation mitteilen, dass Sie in Zukunft keine solchen Geschenkbeilagen mehr möchten. Organisationen mit Zewo-Gütesiegel sind verpflichtet, die Wünsche ihrer Spenderinnen und Spender nach Postzustellung zu berücksichtigen.

Was tun, wenn ich etwas bekomme, das ich gar nicht bestellt habe?


Seriöse Organisationen stellen keine unbestellten Waren gegen Rechnung zu. Hilfswerken mit Zewo-Gütesiegel ist dies sogar explizit untersagt.

Wer dennoch ein solches Angebot von einem Hilfswerk erhält, kann dies der Zewo melden. Wir können dann vor der unseriösen Organisation warnen. Die Ware müssen Sie nicht bezahlen. Sie sollten sie aber aufbewahren für den Fall, dass der Absender sie zurückfordert. Es ist uns allerdings kein Fall bekannt, in dem dies tatsächlich gefordert wurde. Handelt es sich um einen offensichtlichen Irrtum, sollten Sie den Absender benachrichtigen.

Wo finde ich eine Liste mit sinnvollen Geschenken?


Die Übersicht über die Onlineshops von Hilfswerken mit Zewo-Gütesiegel wird jedes Jahr aktualisiert. Dort finden Sie viele Geschenkideen, die doppelt Freude bereiten. Das Merkblatt «Sinnvoll schenken» informiert, was die Angebote unterscheidet und worauf Sie beim Einkauf achten sollten.

 

5. Legate

Was sind Legate?


Viele Menschen möchten über ihr Leben hinaus etwas Gutes bewirken. Deshalb berücksichtigen sie ein Hilfswerk, das sich für etwas einsetzt, das ihnen ganz besonders am Herzen liegt, mit einem bestimmten Betrag im Testament. Solche Zuwendungen aus einer Erbschaft nennt man Legate.

Worauf muss ich achten, wenn ich ein Legat machen will?


Es braucht ein gültiges Testament. Darin müssen Sie die gemeinnützige Organisation mit einem bestimmten Betrag berücksichtigen oder mit einem Anteil am Nachlass beteiligen. Wenn Sie Bedingungen an das Legat knüpfen wollen, sollten Sie darauf achten, dass die Zwecksetzung nicht zu eng ist. Mehr dazu entnehmen Sie unserem Merkblatt «Legate».

 

6. Administrative Kosten

Was heisst das, wenn eine Organisation angibt, die ganzen Spenden direkt an die Bedürftigen weiterzuleiten? Gibt es Hilfswerke, bei denen 100% der Spenden in Projekte fliessen?


Solche Aussagen sollen den Eindruck vermitteln, die Organisation arbeite besonders effizient und es entstehe ihr kein administrativer Aufwand. Das ist unrealistisch. In jeder vertrauenswürdigen Organisation müssen notwendigerweise administrative Aufgaben wahrgenommen werden. Zum Beispiel für das Führen einer korrekten Buchhaltung und deren Kontrolle, das Erstellen eines Jahrsberichts und natürlich auch für das Sammeln von Spenden. Ob dieser Aufwand aus Spenden oder aus anderen Einnahmen finanziert wird, ist für die Effizienz der Organisation unerheblich. Wichtig ist, dass der administrative Aufwand angemessen bleibt.

Wieviel darf ein Hilfswerk für die Administration ausgeben?


Das kann man nicht so generell beantworten, weil man sonst Äpfel mit Birnen vergleichen würde. Aus der regelmässig durchgeführten Zewo-Kostenstudie wissen wir, dass es vier Faktoren gibt, die einen Einfluss auf die Kostenstruktur eines Hilfswerks haben: das Tätigkeitsgebiet, die Grösse, die Struktur und der Anteil öffentlicher Gelder.

Bei humanitären Auslandsorganisationen fliessen durchschnittlich 81% der Ausgaben in Projekte und Dienstleistungen während es bei Inlandsorganisationen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich 78% sind. Grosse Organisationen verwenden im Schnitt 86% der Mittel für Projekte und Dienstleistungen. Bei kleineren Organisationen ist der Anteil der administrativen Kosten naturgemäss etwas höher. Dort werden im Schnitt 73% des Aufwands für Projekte und Dienstleistungen eingesetzt. Weiter hat sich gezeigt, dass zentrale Strukturen etwas kostengünstiger sind als dezentrale Organisationen mit regionalen Sektionen. Je grösser der Anteil der Aktivitäten ist, der mit öffentlichen Geldern finanziert werden kann, um so weniger muss die Organisation für Fundraising und Werbung aufwenden.

Zur Beurteilung, ob die administrativen Kosten eines Hilfswerks angemessen sind, muss der Einzelfall unter Berücksichtigung dieser Erfahrungswerte betrachtet werden. Die Zewo macht dies alle fünf Jahre bei der Überprüfung der Organisationen mit Zewo-Gütesiegel.

Wieviel vom Spendenfranken kommt an?

 

Aufgrund der letzten Kostenstudie, an der rund 200 Hilfswerke mit Zewo-Gütesiegel teilgenommen haben, wissen wir, dass diese im Durchschnitt 78% der Mittel für Projekte und Dienstleistungen einsetzten. 8% wenden sie für die Mittelbeschaffung und 14% für übrige administrative Tätigkeiten auf.

Zur Beurteilung, ob die administrativen Kosten im konkreten Fall angemessen sind, muss der Einzelfall unter Berücksichtigung der nachgewiesenen Einflussfaktoren betrachtet werden. Die Zewo macht dies alle fünf Jahre bei der Überprüfung der Organisationen mit Zewo-Gütesiegel.

Gibt es Richtlinien für Löhne und Anstellungsbedingungen bei NPO?


Die Gehälter der im Dienste der Organisation stehenden Personen sollen den Umständen angemessen sein. Sie dürfen die orts- und marktüblichen Ansätze für Personal mit ähnlicher Verantwortung und Arbeitsleistung nicht übersteigen.

Dürfen Hilfswerke ihr Geld in Wertpapieren anlegen?


Die meisten Hilfswerke verfügen über finanzielle Mittel, die sie nicht unmittelbar für die Erbringung der Leistung einsetzen. Zum Beispiel weil die Mittel zweckgebunden sind und nur die Erträge daraus verwendet werden dürfen, da sie bei langfristig geplanten Projekten erst später benötigt werden oder weil eine Investition erst getätigt werden kann, wenn die Finanzierung gesichert ist. Zudem ist es sinnvoll, wenn Hilfswerke auch über etwas finanzielle Reserven verfügen. Ansonsten wären sie bei kurzfristigen Einnahmenschwankungen gezwungen, ihre Leistungen sofort einzustellen.

Damit der finanzielle Wert dieser Mittel erhalten bleibt oder sich wenn möglich sogar noch erhöht, können Hilfswerke diese nicht sofort benötigten finanziellen Mittel in Wertpapieren anlegen. Dabei ist aber wichtig, dass sie sich an ein Anlagereglement halten, dass der Risikofähigkeit der Organisation Rechnung trägt.